Maibaum

N
icht nur in Hersdorf hat das Aufstellen einer geschälten Tanne mit geschmückter Spitze, als sogenannten Maibaum, eine lange Tradition.

Normalerweise wird der Maibaum in Kombination mit einem kleinen Dorffest, am Vorabend des 01. Mais, aufgestellt. In Hersdorf erfolgt das Aufstellen der beiden Maibäume in Nieder- und Oberhersdorf aufgrund der Maikirmes schon früher.

Zusätzlich zu diesem Brauch gibt es in der Eifel, wie in bayrischen oder schwäbischen Regionen auch, die Tradition der "Liebesmaien". Dabei kann ein junger Mann seiner Angebeteten in der Nacht vom 31.04. auf den 01.05. ein geschmücktes Bäumchen (Birke!) vor die Tür stellen; sozusagen als Gunstbeweis. Eine geschmückte Tanne hat übrigens die gegenteilige Bedeutung: Schandbaum.

Wikipedia schreibt darüber hinaus Folgendes: "Der Maibaum bleibt einen Monat lang stehen, bis zum ersten Juni. Dann holt derjenige den Maibaum ab, der ihn gestellt hat. Üblicherweise wird dies, wenn die Frau ihn mag, mit einer Einladung zum Essen, und/oder mit einem Kasten Bier belohnt. Es gibt allerdings auch die Tradition, dass der junge Mann, der den Baum wieder abholt, von der Mutter der Frau einen Kuchen, vom Vater einen Kasten Bier und von ihr selbst einen Kuss bekommt."

Soso. Gerüchte besagen, dass das in Hersdorf nicht so läuft. Gerüchte besagen weiter, dass es Bäume gab, die in der gleichen Nacht von der Frau wieder abgesägt und vor die Tür des Aufstellers geschmissen wurden. Sicherlich eine Mär. Oder die moderne Form der Emanzipation ;-)

Apropos Emanzipation: Im Schaltjahr funktioniert das Ganze umgekehrt: Die Mädchen/jungen Frauen dürfen Bäumchen aufstellen.

Der Brauch der anfangs nur darauf zielte, der Angebeteten ein Signal zu senden, wurde in den vergangenen Jahren aufgeweicht: häufig bekommen auch feste Freundinnen noch ein Bäumchen oder Bäumchen werden gestohlen und durch andere ersetzt.

Auch was den großen Dorf-Maibaum betrifft ist Vorsicht geboten: Es gab häufiger Fälle, in denen der Baum von "feindlichen" Nachbardörfern gefällt wurde.